Die besten Tennisschläger für 2024 – Kaufratgeber

Jedes Jahr bewerben Hersteller von Tennisschlägern ihre neuesten Modelle. Doch was taugen die eigentlich und welchen Schläger sollte man wählen? Hier ein paar Tipps zum Kauf von Tennisschlägern.

Zu Beginn jedes Jahres kommen neue Tennisschläger-Modelle auf den Markt und viele Tennis-Profis steigen scheinbar um. Doch was steckt dahinter? Wollen Tennisprofis wirklich andauernd ihr wichtigstes Spielgerät verändern? Wohl kaum. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Schläger der Profis „neu lackiert“ werden, um sie der aktuellen Kollektion ihrer Sponsoren anzupassen.

Tatsächlich haben die Schläger, die Tennisprofis spielen, häufig gar nichts mit jenen zu tun, die aktuell beworben werden. Der Grund dafür ist einfach: kein Amateur spielt so Tennis wie ein Profi. Profis spielen viel härter, haben ganz andere körperliche Voraussetzungen und sie spielen auch schon so lang, dass sie vermutlich das Modell spielen, mit dem sie ihre größten Erfolge erzielt haben. Dass sie das aber nicht öffentlich sagen dürfen, zeigte Australian Open Sieger Jannik Sinner bei seinem Interview mit Jim Courier.

Australian Open Sieger Jannik Sinner über sein Racket

Denn in Wahrheit wird die Technologie bei der Herstellung von Tennisschlängern nicht jedes Jahr revolutioniert. Das wäre auch gar nicht wirtschaftlich. Stattdessen wird das Marketing jedes Jahr neu aufgesetzt und die Farben und Formen angepasst. Tennis Magazine leben von ihren Schlägertests und feiern jedes Jahr neue bahnbrechende Technologien und auch Tennis-Shops haben ein großes Interesse daran, dass Tennisspieler ständig neue Rackets kaufen. Doch das ist in den meisten Fällen schlicht überflüssig.

Warum es keinen „besten“ Tennisschläger gibt

Gäbe es wirklich den einen „besten“ Tennisschläger, könnten die meisten Hersteller einpacken. Dann würden diesen Schläger alle spielen, sowohl die Profis als auch die Anfänger. So einfach ist es aber nicht. Tennis-Profis können mit fast jedem Schläger umgehen, der Rest wird individuell angepasst. Gewicht, Balance und Bespannung lassen sich nach den jeweiligen Vorlieben individualisieren, nur Schlägerkopf und Steifigkeit sind unveränderbar.

Unterschiedliche Schlägerspezifikationen passen zu unterschiedlichen Spielstilen. Warum? Weil das, was für einen Spieler hervorragend funktioniert, für einen anderen nicht funktioniert. Einem beliebigen Schläger den Status „bester“ zu geben, ist irreführend und führt dazu, dass viele Tennisspieler Geld für einen Schläger ausgeben, der möglicherweise gar nicht zu ihrem Spiel passt. Wer einen Nadal-Schläger kauft in der Hoffnung plötzlich auch über eine sagenumwobene Vorhandpeitsche zu verfügen wird sich wundern. Das eigene Spiel verbessert sich dadurch nämlich nicht.

In Wirklichkeit ist es relativ einfach, einen neuen Schläger auszuwählen. Der beste Tennisschläger für Sie ist immer der schwerste Schläger, den Sie für die Art von Tennis, den Sie spielen, und die Dauer, die Sie auf dem Platz verbringen, handhaben können. Und das ist in der Regel nicht der Schläger, den Alcaraz, Djokovic oder Sinner spielen.

Trotz dessen, was die Hersteller in ihren Pressemitteilungen schreiben, gab es in den letzten 20 Jahren nur sehr wenige, wenn überhaupt, Fortschritte in der Schlägertechnologie. Ein guter Tennisschläger hält über viele Jahre und die meisten Profis spielen ebenfalls mit uralten Modellen, die längst nicht mehr auf dem Markt sind – oder nie waren.

Worauf es beim Schlägerkauf ankommt

Es gibt eigentlich nur fünf Merkmale, die relevant sind bei der Wahl eines Schlägers:

  • Das Gewicht des Schlägers
  • Das Gleichgewicht des Schlägers
  • Die Steifigkeit des Schlägers
  • Das Saitenmuster des Schlägers
  • Die Kopfgröße des Schlägers

Je nach Spielstärke stehen unterschiedliche Faktoren im Vordergrund. Die meisten Hersteller schreiben auf ihrer Homepage, welcher Schläger sich für welchen Spielertyp eignen. Anfänger brauchen einen größeren Schlägerkopf und ein niedrigeres Gewicht. Turnierspieler brauchen ein hohes Gewicht und einen kleineren Schlägerkopf und können durch ihre Technik eine ganz andere Beschleunigung auf den Ball bringen. Wer viel mit Spin spielt, egal ob Slice oder Topspin, wird sich mit einem offenerem Saitenbild (also weiter auseinanderliegenden Saiten) leichter tun, als mit einem engeren. Achten Sie also nicht darauf, ob Ihr Lieblingsprofi als Bild auf dem Schläger abgebildet ist, sondern ob der Schläger zum eigenen Spiel passt.

Wie finde ich den besten Tennisschläger für mein Spiel?

Gute Tennisshops bieten eine reichhaltige Auswahl von Testschlägern, die man sich ausleihen und vergleichen kann. In der Regel wird unterschieden zwischen Anfänger, Fortgeschrittene Spieler und Turnierspieler mit sehr guter Technik. Zwar leider nur von den teuren Schlägern der aktuellen Kollektion, aber zumindest lässt sich damit mal ein Favorit finden, mit dem man das beste Spielgefühl hat.

Der Hersteller spielt dabei eigentlich keine Rolle, es gibt zahlreiche hervorragende Hersteller von Tennisschlägern. Fast alle dieser Hersteller werden auch von Profis gespielt, haben aber auch Modelle für Freizeitspieler im Angebot. Zumindest kann man sich daran als Qualitätsmerkmal orientieren, allerdings sollte man sich beim Modell ausschließlich an die eigene Spielstärke orientieren.

Die am weitesten verbreiteten Marken von Tennisschlägern im Profitennis sind:

  1. Wilson
  2. Babolat
  3. Head
  4. Yonex
  5. Prince
  6. Tecnifibre
  7. Dunlop

Es gibt noch zahlreiche weitere Hersteller, aber mit den Schlägern dieser Hersteller kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Holen Sie sich also Testschläger für Ihre aktuelle Spielstärke (Anfänger, Hobbyspieler, Turnierspieler) bzw. Geschlecht und Alter (Frauen und Jugendliche spielen in der Regel leichtere Modelle als Männer) – vund probieren Sie es einfach aus.

Wer Geld sparen möchte, kauft sich einfach das Modell der Vorsaison. Das ist genauso gut, wie das aktuelle Modell, aber häufig um mindestens 50 Prozent reduziert zu haben.

Was kosten gute Tennisschläger?

Die Top-Tennisschläger der aktuellen Kollektion der großen Hersteller kosten zwischen 200 und 300 Euro. Die Schlägermodelle, die (angeblich) von den Profis gespielt werden kosten häufig mehr. Im Sale gibt es diese Modelle dann ein-zwei Jahre später teilweise schon für weniger als 100 Euro.

Zu den am häufigsten gespielten Tennisschlägern für fortgeschrittene Spieler gehören diese Modelle:

Wilson Pro Staff RF97 Autograph

Dieser Schläger, der in Zusammenarbeit mit Roger Federer entwickelt wurde, ist für seine Präzision, Stabilität und Kontrolle bekannt und wird vor allem von Federer-Fans gerne gekauft.
Preis 2024: ca. 200 Euro

Babolat Pure Drive

Der Pure Drive ist bekannt für seine Kraft und Vielseitigkeit und wird von vielen Spielern auf allen Spielstärken und auf der Profi-Tour eingesetzt.
Preis. 2024: ca. 200 Euro

Head Graphene 360 Speed Pro

Dieser Schläger zeichnet sich durch seine Geschwindigkeit, Kontrolle und Manövrierfähigkeit aus. Es gibt das Modell in unterschiedlichen Gewichten, um sich auf die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Die „Pro“ Variente ist die schwerste und wiegt 310 Gramm. Die „S“ Variante ist mit 285 Gramm etwas handlicher und die „L“ Variante mit 265 Gramm die leichteste. Hier ist also für jeden etwas dabei.
Preis 2024: ca. 200 Euro

Yonex EZONE

Die EZONE-Serie von Yonex ist für ihren Komfort, ihre Leistung und ihre Spielbarkeit bekannt und wird von vielen Spielern auf allen Ebenen geschätzt.
Preis 2024: ca. 200 Euro

Babolat AeroPro Drive

Der AeroPro Drive ist für sein leichtes Gewicht, seine Manövrierfähigkeit und seine Spinpotenzial berühmt und wird von Spielern bevorzugt, die einen kraftvollen und spinreichen Schlagstil bevorzugen.
Preis 2024: ca. 250 Euro

Wilson Blade

Die Blade-Serie von Wilson ist für ihre Kontrolle, Präzision und Stabilität bekannt und wird von vielen Spielern auf der Tour eingesetzt. Bei der Blade Serie gab es seit Jahren zwar immer wieder optische Anpassungen, aber hier sind auch die alten Modelle noch sehr gefragt.
Preis 2024: ca. 250 Euro

Dunlop FX 500

Zwar ist die Marke Dunlop heute nicht mehr so stark verbreitet wie zu Zeiten von Steffi Graf und John McEnroe, trotzdem liegen die Schläger der Traditionsmarke regelmäßig ganz weit vorne in allen Tests und das vollkommen zurecht. Das aktuelle Top-Modell FX 500 ist derzeit auch vergleichsweise günstig zu haben.
Preis 2024: ca. 150 Euro

Mit diesen Schlägern kann man als Tennisspieler mit guter Technik nichts falsch machen, der Rest ist persönliche Präferenz und letztlich auch ein wenig Psychologie. Man muss als Tennisspieler auch an sein Spielgerät glauben, um gut zu spielen. Allerdings spielt kein Tennisschläger von selbst. Er trifft den Ball auch nur in Bruchteilen von Sekunden.

Die meisten Modelle gibt es auch in unterschiedlichen Varianten. Gute Männer spielen meistens Schläger über 300 Gramm, Frauen, Jugendliche oder Anfänger kommen meistens mit einem Gewicht zwischen ca. 260 und 280 Gramm besser klar. Das zur groben Orientierung, falls der Schläger online bestellt wird. Viel leichter sollte ein Schläger für Erwachsene allerdings nicht sein, sonst bekommt man weder Geschwindigkeit noch Spin auf den Ball.

Wo kann ich Tennisschläger kaufen?

Die Auswahl vieler Sportketten ist extrem dünn. Bei Sport-Scheck, Decathlon und Co. steht die beliebte Sportart Tennis nicht sehr hoch im Kurs. Eine ungleich größere und bessere Auswahl bieten spezialisierte Tennisshops. Googlen Sie einfach nach dem Tennisladen in Ihrer Nähe und unterstützen Sie den lokalen Händler! Online haben folgende Shops die besten Auswahl und bieten auch Testschläger per Versand:

  • Tennis-Point
  • Tennis Warehouse Europe (Tipp!)
  • Tennis-World
  • Tennisplanet
  • Tennis Peters
  • Keller Sports

Schauen Sie dort auch im Sale nach, ob sich ihr Favorit oder dessen Vorgängermodell dort zu finden ist. Tipp: schauen Sie auch nach älteren Schlägertests und suchen Sie sich einfach ein älteres Modell, dass es immer noch im Handel gibt.